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Betriebliche Umweltinformationssysteme (BUIS): 20. Tagung der Fachgruppe Betriebliche Umweltinformationssysteme der Gesellschaft für Informatik e.V.

Call for Paper

Bemühungen um Umweltschonung, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden durch den Einsatz von Umweltmanagementsystemen unterstützt. Diese benötigen eine Vielzahl heterogener Daten, um der Planung, Steuerung und Kontrolle von Umweltaufgaben gerecht zu werden. Solche Daten können vor allem durch betriebliche Umweltinformationssysteme (BUIS) vorgehalten und zielorientiert bearbeitet werden. Die Leistungsfähigkeit aktuell implementierter BUIS wird den Anforderungen aus der Nachhaltigkeitsdebatte nicht immer gerecht. Dabei kommt der IT eine entscheidende Rolle in der nachhaltigen Unternehmensentwicklung zu. Das Thema Digitalisierung wird hierbei eine entscheidende Rolle spielen. BUIS müssen verstärkt bereits in der Produktentwicklung im Rahmen einer umweltintegrierten Produktion sowie in der strategischen Entscheidungsfindung ansetzen. BUIS sind leistungsfähiger als ihr heute verbreiteten Einsatz zeigt, etwa als End-of-Pipe-Lösung zur nachträglichen Dokumentation von Umweltkennzahlen oder als Instrument um Legal Compliance herzustellen. Große Bedeutung kommt zunehmend dem rechtzeitigen Erkennen von Ursache-Wirkungsbeziehungen zu, um von einem abstrakten Standpunkt aus die Umweltwirkungen des eigenen Handelns innerhalb des Unternehmens (aber auch über Unternehmensgrenzen hinaus) abzuschätzen und proaktiv zu begegnen. Wesentliche Potenziale für den vorsorgenden Umweltschutzaspekt bleiben sonst ungenutzt.

Der Workshop versteht sich als ein Forum, um über den aktuell erreichten Stand betrieblicher Umweltinformationssysteme zu informieren sowie neue, eigene Ideen und Lösungsansätze vorzustellen und in einer Expertenrunde aus Wissenschaft und Praxis intensiv zu erörtern. Selbstverständlich sind auch Arbeitsberichte, die auch Teilergebnisse und vor allem auch noch ungelöste Problemstellungen thematisieren herzlich willkommen.

Die Veranstaltung setzt neben den Elementen einer klassischen Fachtagung insbesondere auf den Austausch von Wissenschaft und Praxis durch integrierte Workshops.

Im Rahmen der Veranstaltung stehen die folgenden Themengebiete im Fokus:

1. Green IT

Das Themengebiet fokussiert auf die ressourcenschonende Verwendung und semantische Modellierung von (unternehmerischen) IKT-Infrastrukturen mit dem Ziel der effizient(er)en Nutzung von Energie durch software- sowie hardwareseitige Optimierung.

2. Stoffstrommanagement

Dieser Themenkomplex zielt ab auf die visuelle Aufbereitung von Material- und Ökobilanzen, Indikatorsysteme für die Ökobilanzierung und das Öko-Controlling, die Simulation mit Fokus auf unvollständige bzw. fehlerhafte Daten.

3. Green Production

Der Schwerpunkt liegt auf dem Geschäftsprozessmanagement (Green Business Process Management) und dessen Automatisierung, der Schaffung von Transparenz für das interne Management, dem Qualitätsmanagement in den Prozessen und den notwendigen Kennzahlen für eine Entscheidungsunterstützung.

4. Green Logistics

Im Fokus steht die Schaffung umweltgerechter und ressourceneffizienter Logistikprozesse. Hierbei sollen insbesondere die nachhaltige Mobilität, die Entwicklung von Kennzahlensystemen zur Steuerung und Optimierung sowie das Management von Gefahren z.B. im Transportwesen im Fokus stehen. Ebenfalls wird das Management nachhaltiger Lieferketten betrachtet.

5. IT-gestütztes Nachhaltigkeitsmanagement und -kommunikation

Die Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung, in der internen und externen Kommunikation z.B. Nachhaltigkeitsberichterstattung und -dialog, der Einsatz von Social Media, die Entwicklung von Indikatoren für nachhaltigen Tourismus sowie Fallstudien und Best-Practices sind ein weiteres Themengebiet der Veranstaltung.

6. Green Software

In diesem Themenkomplex stellt das nachhaltige Informationsmanagement mit Green Business Intelligence und Green IS eine wichtige Säule dar. (Betriebliche) Umweltinformationssysteme dienen hierbei als Datengrundlage für die Aufbereitung von Kennzahlen und sind im internen Management als Entscheidungsunterstützung von besonderer Bedeutung.

7. Materialeffizienz & Recycling

Kernfragen für die Steigerung der Materialeffizienz und für die Ressourcenschonung sind ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung. Ein Fokus liegt auf strategischen Ressourcen und die Wieder-, bzw. Weiterverwendung von Materialien als Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

8. Nachhaltige Energieversorgung

Schwerpunkt sind hier Fragestellungen zur Ausgestaltung einer erschwinglichen, zuverlässigen und nachhaltigen Zukunft im Energiebereich mit geringen Treibhausgasemissionen und unter Verwendung von Energiequellen und -technologien zur Anwendung im betrieblichen Kontext.

9. KI und BUIS

Möglichkeiten der Anwendung von Data Science und KI vor dem Hintergrund der betrieblichen Umweltinformatik sollen erörtert werden. Ein besonderes Augenmerk könnte dabei beispielsweise auf der Extraktion von umweltrelevanten Informationen aus unstrukturierten Datenquellen gelegt werden.

10. Open Data im Kontext Betrieblicher Umweltinformationssysteme

Öffentliche Daten als Grundlage für Nachhaltigkeit, Open Data als Instrument der demokratischen Teilhabe (Bürgerbeteiligung), automatisierte Fachprozesse für Umweltüberwachung und Berichterstattung, sowie Analysen großer Datenmengen.

11. Fallstudien/Lehrkonzepte zur Vermittlung von Nachhaltigkeit in der Lehre

Möglichkeit der Vorstellung von Fallstudien und Lehrkonzepten (natürlich auch hinsichtlich digitaler Formate) zur Vermittlung von Nachhaltigkeit in Bezug zu betrieblichen Umweltinformationssystemen sollen hier dargestellt und diskutiert werden. Wie kann die Lehre ausgestaltet werden, um praxisnah notwendige Technologien und Methoden an Studierende zu vermitteln.

Einreichungen

  • Beiträge sollen maximal 8-10 Seiten umfassen und in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Kurzbeiträge (Short Papers) umfassen bis 4-6 Seiten.
  • Es sind die LNI-Formatvorlagen der GI zu verwenden: gi.de/lni
  • Die Beiträge werden in der Reihe „Lecture Notes in Informatics“ veröffentlicht. (u. A. indexiert von Web of Science)

Der Begutachtungsprozess findet in einem kombinierten Peer-Reviewing-Prozess und mittels externer Expertinnen und Experten statt. Wir laden herzlich dazu ein, sich mit Ideen aktiv in einen Austausch zu aktuellen und zukünftigen Forschungsfragen der Umweltinformatik einzubringen. Dabei sind ausdrücklich auch Beiträge von Forschenden und Praktiker/innen willkommen, die bisher noch nicht im Feld der Umweltinformatik veröffentlicht haben und sich in dem interdisziplinären Ansatz des Workshops mit ihren Themen verorten können. Wünschenswert wäre die aktive Beteiligung von Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und Nachwuchs-Wissenschaftlern.

Zur Einreichung

Wichtige Termine

15.04.2021: Einreichungsfrist für Paper/Workshop-Beiträge / Deadline Call for Papers - Submission Deadline for Abstracts / Papers

30.06.2021: Camery ready Einreichungsfrist für LNI Beiträge / Deadline Full Paper Submission

31.07.2021: Deadline Input Programmheft

Der Workshop findet im Rahmen der Tagung INFORMATIK 2021 der Gesellschaft für Informatik (GI) (29. September bis 1. Oktober 2021) im virtuellen Raum statt.

Web: informatik2021.gi.de

Workshop-Leitung

Prof. Dr.-Ing. Jorge Marx Gómez (Fachgruppensprecher)

Universität Oldenburg (COAST)

jorge.marx.gomez@uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Volker Wohlgemuth
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
volker.wohlgemuth@htw-berlin.de

Dr. Thomas Klenke

Universität Oldenburg (COAST)

thomas.klenke@uni-oldenburg.de

Dr.-Ing. Andreas Solsbach
Universität Oldenburg
andreas.solsbach@uni-oldenburg.de

Barbara Rapp
Universität Oldenburg
barbara.rapp@uni-oldenburg.de

Der Workshop wird aktiv vom Fachausschuss Umweltinformatik, der Fachgruppe Betriebliche Umweltinformationssysteme der Gesellschaft für Informatik sowie dem Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung der Uni Oldenburg (COAST) unterstützt.